Historical dream account · German · original text
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Arthur Schnitzler
Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931 — digital edition (2021) · Dated diary entry 1915-01-22; TEI body paragraph 0
Traum: Gartenrestaurant. Ich mit 2 Herren, einer ein wenig Benedikt ähnlich, reden sehr intensiv miteinander (was ich nicht höre) ― ein Paar (?) am selben Tisch ― ich esse Rettich ― Champagner ― will zahlen,― es ist schon;― fort ― (Situation Nov. gestern dictirt!) ― wie soll ich mich revanchiren? „Weg ins freie“ ― habs aber nur mehr in Leder,― zu fein. Verliere die Gesellschaft ― vorbei am Burgring 1 (wo ich 25 Jahre gewohnt mit Eltern) ― in die „Eschenbach“gasse (Fleischer sang ihn bei uns!) ― Dämmerung ― aus dem Hause (etwa wo vor ― 38 Jahren ― Fännchen gewohnt (Briefe neulich!)) treten Leute (etwa Höbling ― und andre) ― weiter ― Oper vorbei ― Straße, zerstörtes Haus (Erdbeben Avezzano!) ― hinaus Seilerstätte, aber es ist doch der Mehlmarkt, heißt aber anders (Mehl-gespräche, des Kriegs wegen ―) ― vor dem Haus, in dem ich (offenbar) wohne ― Brieftasche (― die von Jean., die ich neulich in der Hand hielt!) ― hebe sie auf ― drin Briefe einer Geliebten aus Berlin an ihre Geliebten,― lese sie oben ― in meinem Zimmer (wie kleines Hotelzimmer, Lage entspricht etwa dem Residenz-Club Seilerstätte) ― da tritt ein junger Mann ein, bartlos; ich verstecke die Brieftasche;― er muss einen Radirgummi suchen, angeblich, holt unter dem Tisch einen Stechkamm vor ― ich sage: Das halten Sie für einen Radirgummi ―? ― ich weiss, er will eigentlich die Briefe, die Sache ist irgendwie bedenklich, gehe im Vorzimmer, untern Arm gefasst, mit ihm auf und ab ― ihm erklären (dass die Briefe sich nicht auf ihn beziehn? ―) ― bei der Thür Abschied, er ist plötzlich in Uniform, mit Patronentasche, Regimentsarzt, kleiner als früher.― Wieder im Zimmer, die Briefe, einer ist vom 6. October 1910 ― ich lese auf einem Couvert Herr Dr. Ernst Ernedy (im Fliederbusch „Negedy“!) ― sehe auch seine Erscheinung (ältrer Lebemann (Novelle!)) ― er wirft ihr irgend was vor ― „Ich will nicht dass Ihr Euch über ihn lustig macht ― einen Menschen,― der ― (nur irgend was wie) Fleisch ― nicht hat ―“ (?) ― im Zimmer wird von ein paar Weibern reine gemacht, trotz Abend, zum Aerger von Heini, der auch da ist ―.
Diary entry: 1915-01-22
Source & context
An original German dream account recorded in Arthur Schnitzler’s diary. The reviewed excerpt preserves the source prose after documented TEI editorial running/page furniture was excluded; no translation or reconstruction was added. Its date is the diary entry date.
Arthur Schnitzler: Tagebuch1879–1931. Digital edition, Austrian Centre for Digital Humanities / Austrian Academy of Sciences (2021), diary entry 1915-01-22. Excerpt from pinned TEI XML with editorial running headers omitted; repository blanket CC BY-SA4.0 retained.
Digital edition credits: Martin Anton Müller; Werner Welzig; Peter Michael Braunwarth; Susanne Pertlik; Reinhard Urbach; Konstanze Fliedl; Richard Miklin; Maria Neyses; Walter Ruprechter. Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage / Österreichische Akademie der Wissenschaften. Based on the print edition (Vienna: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1981–2000).
Diary entry date; dream generally previous night unless entry says otherwise
Repository blanket CC BY-SA 4.0 retained. Individual TEI XML also declares CC BY 4.0. Original German prose; editorial TEI running/page furniture excluded as documented, without translation or reconstruction.
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Dated diary entry 1915-01-22; TEI body paragraph 0
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