Historical dream account · German · original text
A broken handlebar in a farmhouse courtyard
Arthur Schnitzler
Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931 — digital edition (2021) · Dated diary entry 1927-08-31; TEI body paragraph 0
Traum: Ich fahre allein Auto aufs Land, etwa Mödlinger Gegend; dann auf dem Rad,― das Auto vor mir, weiter; eine Art Restaurant bauernhofartig; in einem Hof merk ich: die Lenkstange ist irgendwie auseinander, ich steige ab;― das Auto wird schon zurückkommen, wenn der Chauffeur,― es ist der Unterchauffeur von Stefenelli merkt, dass ich ihm nicht folge. Bleibe beim Rad; da liegt ein andres, Motorrad ― dem es irgendwie schädlich, dass ich an meinem probire, ein Hausknecht ist unhöflich (mein Streit mit dem Portier!) ― nimmt dann das Motorrad, schleppt es mit andern Sachen in einem Riesensack, Klavierform weg. Das Thor thut sich auf, in Überzieher mit hochgeschlagnem Kragen kommt ein Herr, Schauspieler, merkt meinen Unfall ― „Der Hoefer wirds schon machen“,― eigentlich ist das er selbst, der Schauspieler Höfer, (seit Jahren oder Jahrzehnten nicht gesehn) ― er verschwindet wieder, aber niemand kommt. Draußen, in der Landschaft steht Friedell, mit 2 andern (schattenhaft), redend, hängt mit Theater zusammen, bemerkt mich nicht. Ich will das Rad irgendwo einstellen, aus dem Hof, über eine Art Stiege, bröckelnd, vor mir zwei junge Burschen (auch mit Rad?), rechts ein schadhafter Drahtzaun, vor Abgrund, ich bin in Gefahr,― es gelingt mir das Rad und mich hinaufzubringen,― durch eine Thür, wieder ein Hof, mit Mägden etc., Sonntag, Gasthof;― ich wende mich an die Wirthin, ob nicht eine Magd mein Rad in ihr Zimmer einstellen könnte. Sie: Glauben Sie, die Leute haben heut Zeit … Dann mich erkennend … Ah, sind nicht der Herr Schn. ― ? (geändertes Benehmen des Direktors hier!) ― wohl auf ihr Geheiss beschäftigen sich schwarzgekleidete Kellnerinnen mit meinem Rad; eine besonders, die aber das benützt, um sich höchst aufreizend zu mir zu benehmen ― ich wehre ab; erkläre dass ich mit meiner Geliebten im Wald ein Rendezvous habe;― Lärm, Bauernmusik ― plötzlich in einem Zimmer;― ich will den Schalter meiner Nachtkastllampe drehen; draußen im Hof (unsichtbar) wird der Pfarrer von Kirchfeld gespielt; ich höre einen etwas sagen, zu dem Stück gehörig, quasi für den Pfarrer eintretend,― und beifälliges Volkgemurmel;― ich immer vergeblich am Schalter bemüht;― auch eine Bäuerin, vielmehr eine Mitspielerin,― eigentlich lieg ich im Bett und darum ist es so schwer;― und eigentlich bedeutet der Schalter, und die Vergeblichkeit des Bemühns etwas im Stück,― es sind nemlich die „Kreuzelschreiber“ und es bedeutet, dass die Frauen sich ihren Männern versagen;― das ganze ist so unendlich komisch, dass ich laut lache und davon erwache;― und weiss, dass ich den Schalter der Bettlampe nicht drehen kann, weil ich geträumt habe. Nun dreh ich (durchs Mosquitonetz) wirklich auf.―
Diary entry: 1927-08-31
Source & context
An original German dream account recorded in Arthur Schnitzler’s diary. The reviewed excerpt preserves the source prose after documented TEI editorial running/page furniture was excluded; no translation or reconstruction was added. Its date is the diary entry date.
Arthur Schnitzler: Tagebuch1879–1931. Digital edition, Austrian Centre for Digital Humanities / Austrian Academy of Sciences (2021), diary entry 1927-08-31. Excerpt from pinned TEI XML; editorial running/page furniture omitted; repository blanket CC BY-SA4.0 retained.
Digital edition credits: Martin Anton Müller; Werner Welzig; Peter Michael Braunwarth; Susanne Pertlik; Reinhard Urbach; Konstanze Fliedl; Richard Miklin; Maria Neyses; Walter Ruprechter. Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage / Österreichische Akademie der Wissenschaften. Based on the print edition (Vienna: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1981–2000).
Diary entry date; dream generally previous night unless entry says otherwise
Repository blanket CC BY-SA 4.0 retained. Individual TEI XML also declares CC BY 4.0. Original German prose; editorial TEI running/page furniture excluded as documented, without translation or reconstruction.
Source locator and text provenance
Dated diary entry 1927-08-31; TEI body paragraph 0
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Content notes
- Injury or peril
- Implied sexual content
- False awakening
Connections in the Loom
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