Historical dream account · German · original text

Trying to bring the moon into a train

Wilhelm Stekel

Die Sprache des Traumes (1911) · Printed example (16); printed pages 22, 23; PDF pages 32, 33

Dreamer identified by the source: Anonymous historical dreamer

Ich hatte mich schon vorher mit zwei Mädchen in dem Eisenbahnzug befunden, und zwar bei der geöffneten Tür und dunkel empfunden, dass ich mit der einen, J. K., harmonierte und zwischen der H. und mir etwas lag. Später sass ich in einem grossen Durchgangscoupé III. Klasse an dem Fensterplätze ganz links vorn (mit der Fahrtrichtung) Rücken an Rücken mit mir die beiden. Im übrigen hatte ich die Empfindung, als ob niemand weiter im Coupé sei. Dann stand ich auf und sah vor diesem Fenster den Mond schweben in Gestalt eines riesigen Eidotters, in der doppelten Grösse ungefähr, wie wir ihn gewohnt sind zu sehen. Links davon einen leuchtenden, dazu passenden Ring, wie der Saturn ihn haben soll. Ich sagte nun, wie eigentümlich es doch sei, dass der Mond so nahe der Eisenbahn schwebe, worauf mir H. entgegnete, es sei nur eine optische Täuschung. „So“, sagte ich, „sollte nur ich das sehen“ und griff hinaus, um den Mond mit beiden Händen zu fassen und in das Coupé hereinzunehmen. Den Ring liess ich unbeachtet, er schwebte nur so mit. Aber der Mond war unter meinen Händen ganz elastisch und schwebte fest und sicher im Raume. Es war nur so ungefähr, wie wenn man ein schönes Dotter in der Suppe mit dem Löffel bearbeitet und es nicht auseinandergeht und immer wieder rund wird. Da liess ich ab und setzte mich ganz erschöpft zurück mit dem Gedanken, wie es doch von mir vermessen sei, den Mond hereinnehmen und der Erde den Mond rauben zu wollen und ich weiss nicht, ob ich es ausgesprochen habe, aber jedenfalls gab mir H. zu verstehen: Vermessen wäre es nicht. Du verstehst das nur nicht, Du bist noch nicht so weit und kennst den Zusammenhang der Dinge nicht. Sie meinte deutlich den psychologischen Zusammenhang. Alles greift ineinander mit unendlichen Fäden und geht wieder in sich selbst zurück: Ich setzte mich zurück und schwieg, dachte mir aber: Wie sonderbar und komisch!

Source & context

A published historical dream report quoted in Wilhelm Stekel’s Die Sprache des Traumes (1911). The original German narrative is preserved after documented OCR corrections and page-furniture removal. Attribution distinguishes the dreamer from the recorder; clinical interpretation and waking case history are excluded. This is not a Synastry community submission.

Wilhelm Stekel, Die Sprache des Traumes (J.F.Bergmann, Wiesbaden, 1911), example (16), pp. 22, 23. Digitized copy: International Psychoanalytic University Berlin / Internet Archive. Stekel states this dream was told to him and written down at his request; companions retain source initials only.

1911 is source publication year; exact dream date is not established.

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Underlying German text published in 1911; public domain in the United States. The Public Domain Mark is a status marker, not an exclusive license grant. Bibliographic attribution and source report numbers are retained. No modern translation or clinical interpretation is included.

Source locator and text provenance

Printed example (16); printed pages 22, 23; PDF pages 32, 33

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